Alexander Smoltczyk

Lissabon 1941

Stadt der Spione, Hafen der Hoffnung
Cover: Lissabon 1941
dtv, München 2026
ISBN 9783423285513
Gebunden, 384 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Im Frühsommer 1940 trieb die Wehrmacht Flüchtlinge durch Westeuropa. Wer es nicht per Schiff nach England schaffte, suchte Zuflucht in Lissabon: Tausende warteten im neutralen Portugal auf ein Schiff. Britische Spione und deutsche Agenten belauerten sich, Rohstoffeinkäufer suchten große Mengen an Sardinen für Hitlers Heer zu kaufen und wichtiger noch: das seltene und nicht zu ersetzende Wolfram für Granaten. Alexander Smoltczyks Erzählung folgt den Schicksalen von Josephine Baker, Otto von Habsburg, Salvador Dali, Heinrich Mann, Hannah Arendt, Marc Chagall, Peggy Guggenheim, Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin, Ian Fleming, Antoine de Saint-Exupéry, Jean Renoir, Arthur Koestler, Man Ray und vielen anderen. 

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.09.2026

Gebannt folgt Rezensent Guido Kalberer den Lebenswegen, die Alexander Smoltczyk in diesem Buch versammelt. Smoltczyk schreibt über Verfolgte des Nazi-Regimes, die im Jahr 1941 in Lissabon Unterschlupf suchen und hoffen, über den Atlantik in die Sicherheit zu entkommen. Unter anderem geht es um die Familie Mann, aber auch Unterstützer der Verfolgten wie der portugiesische Konsul in Bordeaux Sousa Mendes oder die als antifaschistische Agentin angeworbene afroamerikanische Künstlerin Josephine Baker kommen vor. Insgesamt ergibt sich daraus ein materialsattes Buch, das das Lissabon des Jahres 1941 als einen besonderen Ort darstellt, in dem nicht zuletzt auch Spionageaktivitäten blühten. Kalberers Text beschränkt sich weitgehend auf eine inhaltliche Darstellung des Buches, am Ende der Besprechung stellt der Rezensent jedoch klar, dass die Art und Weise, wie Smoltczyk hier einen wichtigen historischen Schauplatz "in streng chronologischer Reihenfolge abschreitet", ausgesprochen gut gefällt.

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