Von Homers Morgenröte bis zum "World's Pinkest Pink" von Stuart Semple. Von Pink Panther bis Edith Piafs "La vie en rose". Die Farbe Rosa eröffnet uns eine Welt voller Geschichten aus der Kunst, Popkultur und Gendersymbolik: Maler sahen im Rosa die Fleischwerdung des Geistes. Madame Pompadour machte die Farbe als Erste zum Symbol selbstbewusster Frauen. Dichter hüllten Liebespaare in rosa Wolken, um sie vor der Grausamkeit der Welt zu schützen. Später ging die Farbe vor die Hunde, wurde mit Mamie Eisenhower zur Chiffre konservativer Hausfrauen und spätestens mit Barbie zum Farbpigment des grenzenlosen Plastikkonsums...
Rezensentin Andrea Gerk zeigt sich überrascht, wie viele Bedeutungen die Farbe Rosa in der Kulturgeschichte einnimmt - das zeigt ihr der Philosoph und Literaturwissenschaftler Björn Vedder in seinem Essay, der von einer Berliner Ausstellung über den Optimismus des Rosanen seinen Ausgang genommen hat. Von Songs wie "La vie en rose" und der darin geschilderten Möglichkeit, Probleme durch eine rosarote Brille zu betrachten, über Giottos rosane Fresken in Assisi werden Gerk die Bedeutungen der Farbe dechiffriert, sie ist einerseits die "Farbe des Heiligen Geistes" und zeigt andererseits auch ihr spirituelles Potenzial bei Malern wie Henri Matisse oder Auguste Renoir. Dazu werden popkulturelle Phänomene wie Barbie auf eine Art und Weise beleuchtet, die die Kritikerin anregt, selbst mit etwas mehr rosa Optimismus durchs Leben zu gehen.
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