Aus dem Englischen von Sebastian Vogel. Wenn im Frühjahr und im Herbst von hoch oben ein Rufen zu vernehmen ist, wandert der Blick unvermittelt gen Himmel und sucht nach dem vertrauten Bild der V-förmigen Schwärme von Kranichen und Gänsen. Kaum ein Ereignis in der Tierwelt lässt uns so staunend zurück wie deren jährliche Wanderungen und unsere Faszination lässt sich leicht erklären: Die Vögel - viele von ihnen winzig klein und aus unserer Sicht empfindlich - beherrschen das Fliegen, eine Fähigkeit, von der wir nur träumen können. Sie legen große Entfernungen zurück und vollbringen Kraft- und Ausdauerleistungen, die Fragen nach dem Bereich des physikalisch Möglichen aufwerfen. Dabei überwinden sie Wüsten, Gebirge und Ozeane, und doch gelingt es ihnen irgendwie, Jahr für Jahr präzise den Weg zu ihrem Bestimmungsort zu finden - manchmal zu ein und demselben Baum. Ihre Motivation, diese weiten und gefährlichen Reisen zu unternehmen, ist schlicht das Überleben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2021
Rezensent Thomas Krumenacker lernt durchaus etwas mit Mike Unwins Buch über Zugvögel, zu dem David Tipling laut Rezensent einige erstaunliche Fotos beigesteuert hat. Neben bekannten Fakten, wie dem enormen Reisepensum der Küstenseeschwalbe, bietet der Band eine Zusammenfassung der Zugvogel-Forschung, erklärt Krumenacker. Neben den spannenden "Artporträts", die den Leser in verschiedene Weltgegenden führen und über Forschungsergebnisse informieren wirken einige Teile des Buches auf den Rezensenten allerdings wie ein Standardnachschlagewerk. Eines mit ärgerlichen Sachfehlern und Begriffsungenauigkeiten zudem, wie Krumenacker moniert. Als Mix aus Bildband und Sachbuch überzeugt ihn die Publikation aber dennoch.
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