Aus dem Französischen von Elsbeth Ranke und Thomas Stauder. Wo kommen wir her? Wie sind wir geworden, wer wir sind? In Zeiten der Neuordnung der westlichen Welt und wachsender Orientierungslosigkeit müssen wir uns in Europa diese Fragen dringlicher denn je stellen. Géraldine Schwarz führt uns durch mehr als zweitausend Jahre europäischer Geschichte, von den Anfängen bis heute, und zeigt: Wenn wir uns auf unsere gemeinsamen Wurzeln besinnen, können wir auch unserer Gegenwart Sinn verleihen. Anhand von drei zentralen historischen Säulen - Christentum, Kapitalismus und Freiheit - erzählt sie Europa mit seinen Licht- und Schattenseiten, weit abseits der engen Grenzen nationaler Narrative. Sie führt vor Augen, wie vielseitig und verwoben die Entwicklungen auf unserem Kontinent sind. Von der Erfindung der Demokratie über die Ausbreitung des Christentums, den Aufstieg zur wirtschaftlichen und kolonialen Weltmacht bis zu den großen Aufbrüchen zur Freiheit spürt sie Querverbindungen der europäischen Geschichte nach, fördert die bis heute einenden wie auch widerstreitenden Ideen zutage.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.10.2026
Einen "schönen Historienschinken" bekommt Rezensent Michael Hesse von der Historikerin Géraldine Schwarz vorgelegt. Sich an den drei großen Themen Kapitalismus, Freiheit und Christentum orientierend, führt sie uns durch 2.000 Jahre europäischer Geschichte, so der Kritiker. Schwarz orientiert sich weniger an den Geschichten der einzelnen Nationen, sondern an den Verschränkungen der verschiedenen Gesellschaften. Die Geschichte Europas erzählt sie mit allen hellen und dunklen Seiten, versichert Hesse, dabei zeigt sie den Kontinent als "historisch gewachsene Realität", die von uns allen mitgeformt werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2026
Rezensent Joseph Hanimann liest die Geschichte Europas von Geraldine Schwarz und bewundert die Reichhaltigkeit und Zugänglichkeit des Buches. Die kulturgeschichtliche Herangehensweise über die drei Themenkreise Christentum, Kapitalismus und Freiheit führt Hanimann weit zurück in die Geschichte des Kontinents, dabei gefallen ihm "prägnante Synthesen" komplexer Zusammenhänge und großer Stoffmengen. Dass manches "allzu bündig" verhandelt wird, stellt er auch fest, doch insgesamt lobt er die Differenzierung der Darstellung. Besonders spannend wird es laut Hanimann, wenn Schwarz weniger bekannten Entwicklungen nachgeht, etwa der Ankunft der Wikinger im 8. Jahrhundert. Etwas zu kurz kommen für Hanimann die Bezüge zwischen Historie und Gegenwart. Hier hätte er sich mehr "analytische Durchdringung" und belebende Hypothesenfreude gewünscht. Ein Buch mit viel Augenmaß, aber auch mit einigen zu allgemeinen Aussagen, so der Rezensent.
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