Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Sabine Grebing. Winter 1916, Frankreich. Rosalie ist fünfeinhalb Jahre. Solange sie sich erinnern kann, ist Krieg: Ihr Vater ist an der Front und ihre Mutter arbeitet in der Fabrik. Ab und zu kommen Briefe des Vaters, in denen er die Zeit nach dem Krieg herbeiträumt, und die ihre Mutter Rosalie vorliest. Aber irgendetwas stimmt nicht mit diesen Briefen, das spürt Rosalie ganz genau. Und sie will herausfinden, was! Also entwickelt sie einen ungeheuren Plan: sich selbst das Lesen beizubringen! Aber niemand darf davon wissen ...Ein kleines mutiges Mädchen auf der Suche nach einer Wahrheit, die viel zu groß für sie scheint. Ein literarisches Kleinod, ausdrucksstark und feinfühlig bebildert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2021
Nicht nur kompliziert, sondern auch unnötig kompliziert findet Rezensentin Franziska Augstein diese Geschichte der kleinen Rosalie, deren Vater als Soldat im Ersten Weltkrieg dient. Um die Briefe des Vaters lesen zu können, möchte Rosalie lesen lernen und malt sich ihren Schulbesuch als geheime Mission aus. In Frankreich mag das Buch funktionieren, räumt die Rezensentin ein, aber nur wenn die Kinder dort bereits über den Ersten Weltkrieg Bescheid wissen, bevor sie lesen gelernt haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.12.2020
Diese kurze Geschichte von einem fünfeinhalbjährigen Mädchen, das im Jahr 1916 tagsüber auf dem hintersten Platz in einer Schulklasse sitzt, für die es noch zu jung ist, weil der Vater im Krieg ist und die Mutter in der Fabrik arbeiten muss, bietet eine dichte Atmosphäre, lobt Rezensentin Cornelia Geißler. Dazu tragen ihr zufolge auch die zarten Tuschebilder bei. Das Buch lädt Kinder außerdem exakt zu dem ein, was es beschreibt, verspricht die Kritikerin: Weil sich die Verhältnisse für das Mädchen aufklaren, als es zu lesen beginnt, ist der Band eine Erzählung von "der Welteroberung durch das Lesen".
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