Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Jip liegt auf dem Bett und starrt an die Decke, statt sich endlich an die Hausaufgabe in Kunst zu machen: ein Selbstporträt zu zeichnen. Die Gedanken wandern zu dem neuen Jungen in der Klasse, zu den Maikäfern, Glühwürmchen und anderen Insekten, die Jip so gern zeichnet, zur Party nächsten Freitag. Dabei ist das Porträtzeichnen nicht das Problem. Aber das Wort "selbst".
Dieses Buch hat den wichtigsten niederländischen Kinder- und Jugendbuchpreis zu recht erhalten, findet Rezensent Siggi Seuß. Der Roman von Ludwig Volbeda, der sich auf das innere Erleben des fünfzehnjährigen Jip konzentriert, erzählt seine Geschichte als einen langen, aber nie abgeschickten Liebesbrief an einen Mitschüler. Jips Geschlechtsidentität steht über weite Teile des Romans infrage, ist aber gar nicht so zentral, wie Seuß betont. Jip soll über die Ferien für den Kunstunterricht ein "Selbstporträt" von sich zeichnen. Da er sich aber schwer tut mit eindeutigen Zuschreibungen, zeichnet er lieber die Natur um ihn herum. Der Kritiker ist überzeugt davon, wie Volbeda das Leben des Jungen zwischen Kindheit und Jugend schildert und lobt die sensiblen Beobachtungen des Autors, dem es um "eine Ode an die Vielfalt des Menschseins" geht. Nicht zuletzt ist auch die Übersetzung von Rolf Erdorf Grund zur Freude über dieses gelungene Buch.
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