Wie KI wirklich funktioniert (und wer davon profitiert)
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518588567 Gebunden, 263 Seiten, 30,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn. Von den banalsten Anwendungen im Internet bis zu den gravierendsten in Kriegen: Künstliche Intelligenz ist aus unserer Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. Bisweilen erzeugt ihre Allgegenwart sogar das Gefühl, einer überwältigenden Technologie ohnmächtig ausgeliefert zu sein. KI als Schicksal? Nein, sagt der Ökonom Maximilian Kasy und zeigt in seinem augenöffnenden, ganz zugänglich geschriebenen Buch, dass künstliche Intelligenz weder undurchschaubar noch unkontrollierbar ist. Denn unser Leben mit KI wird nicht von Technik bestimmt, sondern von Menschen. Um dies zu verdeutlichen, legt Kasy zunächst die Grundprinzipien dar, nach denen KI funktioniert. Dabei stellt sich heraus, dass sie weit weniger kompliziert ist als gerne behauptet. Sie ist jedoch heimtückisch, weil sie Ergebnisse nach den Wünschen ihrer Eigentümer zu steuern vermag. Fatal wäre es daher, wenn eine der folgenreichsten Technologien der Menschheit im Besitz von wenigen wäre, denen es primär um Profite und den Ausbau ihrer Macht geht. Das ist im Augenblick aber der Fall, und so ist es höchste Zeit, die Mittel der Prädiktion - Daten, Rechenleistung, Fachwissen, Energie - unter öffentliche demokratische Kontrolle zu bringen. Wenn es uns gelingt, die Ziele der KI am Gemeinwohl auszurichten, könnte unser aller Leben mit ihr ein gutes werden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.10.2026
Rezensent Constantin Hühn hält das Buch des Ökonomen Maximilian Kasy für wichtig, weil es die KI-Diskussion auf einen weniger beachteten Pfad lenkt: die Verteilung der KI-Machtmittel wie Energie, Rechenkapazität und Know-How. Um diesen Punkt zu machen, führt der Autor laut Hühn zunächst in bemerkenswert einfacher Sprache in die Grundprinzipien der KI, ihre wirtschaftlichen Bedingungen und Folgen ein. Dass die KI-Ziele vor allem dafür verantwortlich sind, wer profitiert, weniger die Algorithmen, ist für Hühn eine neue Erkenntnis. Kasys Forderung nach mehr demokratischer Einflussnahme auf diese Ziele findet Hühn folgerichtig. Dass der Autor seiner Argumentation keine konkreten Vorschläge hinterherschickt, die Vergesellschaftung der KI-Infrastruktur etwa, bedauert Hühn allerdings. Abgesehen davon aber ein Buch mit viel Aufklärungspotenzial, meint der Rezensent.
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