Aus dem Bosnischen von Rebekka Zeinzinger. Die Ich-Erzählerin dieses Romans, eine Frau um die Dreißig im heutigen Bosnien, kann kaum noch etwas erschüttern. Sie hat sich mit der Perspektivlosigkeit ihres Lebens abgefunden und interessiert sich nur noch für Krimiserien, bis sie eines Tages von ihrer Mutter gezwungen wird, auf Tante Stanas Beerdigung zu gehen - und nichts läuft wie geplant. Ein wahnwitziger Roadtrip in einem klapprigen Golf, eine unwahrscheinliche Beerdigung und gnadenlos eigensinnige Familienmitglieder, die vor allem eines im Sinn haben: ihren Teil des Erbes zu sichern.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.10.2025
Zwischen Witz und Trauma schwankt dieses Buch von Sladana Nina Perkovic, hält Rezensentn Lara Sielmann fest: Ihre Protagonistin fährt zur Beerdigung ihrer an einem Hühnchenknochen erstickten Tante in die bosnische Heimat und trifft dort auf ihre Familie, die noch immer schwer vom Krieg gezeichnet ist. Ihrer schönen, erfolgreichen Cousine Mimi begegnet sie mit einer Mischung aus Eifersucht und Resignation, sie selbst hat sich in ihrem ereignislosen Leben im Haus der Eltern eingerichtet, schildert Sielmann. Genauso pointiert wie die Familiendynamiken werden ihr zufolge auch die Auswirkungen des Krieges von Verlust und Orientierungslosigkeit beschrieben, aber alles mit einem "rasanten wie witzigen" Ton, den Rebekka Zeinzinger gelungen ins Deutsche übertragen hat, so die angetane Rezensentin.
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