Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

3871 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 388

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.10.2026 - Musik

VAN dokumentiert die Rede, die die belarusische Musikerin und Dirigentin Maria Kalesnikava zum Auftakt des Beethovenfestes in Bonn gehalten hat. Wegen ihres Engagements für die Demokratie saß sie in Belarus fünf Jahre lang in Haft - weshalb die Freiheit in ihrer Rede einen zentralen Stellenwert einnimmt: "Solange wir frei sind, diskutieren wir Musikerinnen und Musiker über Arbeitsbedingungen, Repertoire, Finanzierung oder Institutionen. ... Dabei vergessen wir manchmal etwas viel Grundsätzlicheres: dass wir überhaupt frei spielen, interpretieren, mit anderen Menschen arbeiten und auf eine Bühne gehen können. Den wirklichen Wert dieser Möglichkeit habe ich erst verstanden, als ich sie nicht mehr hatte. Kultur kann in einer wohlhabenden Gesellschaft manchmal wie etwas Zusätzliches erscheinen. ... Meine eigene Erfahrung sagt mir aber etwas anderes. Gerade wenn einem Menschen fast alles Vertraute genommen wird, versteht man besonders deutlich, dass Musik, Literatur, Erinnerung und Vorstellungskraft keine Dekoration des Lebens sind. Sie gehören zu den Dingen, die einem Menschen helfen, sich selbst zu bewahren."

Im Interview mit dem VAN Magazin spricht der Dirigent André de Ridder über seine Arbeit, bei der er sehr mühelos zwischen Pop und Klassik wechselt. Tatsächlich könnte letztere sich von Pop ein paar verlernte Tugenden abschauen, meint er: "Wir haben in der klassischen Musikwelt heutzutage sehr institutionalisierte Prozesse, in denen zum Beispiel 'Zeit' immer rarer wird. ... Das wirkliche In-die-Tiefe-Gehen kommt in der klassischen Musikwelt heutzutage immer wieder zu kurz. Umgekehrt sehe ich, wenn ich mit Leuten wie Damon Albarn arbeite, dass selbst solche Superstars unter Umständen sechs Wochen an einem Song arbeiten, immer wieder reingehen und Kleinigkeiten verändern. ... Es gibt dieses Klischee, dass die Popwelt irgendwie schnelllebiger ist. Der sogenannte 'Turnover' der Klassikwelt mit ihrem Woche-zu-Woche-System - jedes Orchester muss jede Woche ein neues Abokonzert machen - ist oft viel schnelllebiger."

Weitere Artikel: "Die AfD ist aktuell leider die einzige Partei, die verstanden hat, wie wichtig Kultur für die Gesellschaft ist und wie sehr man über Kultur die Gesellschaft in ihrer Emotionalität packen kann", sagt Dahlia Borsche, Geschäftsführerin des Musikfonds Berlin, der Musikstipendien vergibt, im VAN-Gespräch: "In Sachsen-Anhalt haben sie als einzige Partei Kulturpolitik in ihrem Wahlprogramm so hoch angesetzt." Helene Slancar spricht für den Standard mit Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst über das neue Album seiner Band. Dagmar Leischow plaudert in der FR mit dem Geiger David Garrett. Christoph Forsthoff blickt in der NZZ auf die Lage des Schweizer Festivals Klosters Music. Und René Walter präsentiert in seinem Substack Good Music einen ganzen Blumenstrauß neuer Musikvideos, darunter diesen LoFi-Schrammelpop von Twisted Teens: 

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.10.2026 - Musik

Unter Puristen findet das neue The-Fall-Album "Post Scipt" keine Freunde - es basiert auf zwischen 2001 und 2014 entstandenen Gesangsaufnahmen des 2018 gestorbenen Sängers Mark E. Smith, informiert Max Dax in der FR. Aufnahmen, "die von den Produzenten Ed Blaney und Simon Archer in neue Klangwelten hineincollagiert wurden. Ein intertextueller Copy-and-Paste-Prozess, der der hybriden Arbeitsmethode von Mark E. Smith in den letzten Jahren seines Lebens durchaus entspricht. ... Denn anstatt zu versuchen, The Fall wie in einer posthumen Legacy- oder Lost-Tapes-Vermarktung zu monetarisieren, steht dieses Album für einen an Radikalität nicht zu überbietenden Versuch, Mark E. Smiths Stimme, sein Mikro-Timing, seine gesangliche Präsenz in Rhythmus und Sprache in einen neuen Aggregatzustand zu überführen. In der rauen, metallischeren Umgebung der aggressiv-amphetamin-getriebenen Soundscapes wandeln sich seine Worte zu etwas seltsam Vertrautem, zugleich Deplatziertem und gerade deshalb seltsam Über-Lebendigem. Die Frage nach der Authentizität war in der Welt des Post-Punk schon immer nebensächlich. 'Authentisch' - das waren immer die anderen."



Weiteres: Florentin Schumacher porträtiert in der Zeit den bayerischen Schlagerrapper Tream. Besprochen werden Danger Dans Album "Keine Angst" (taz), ein Konzert von Soap&Skin (taz) und die auf Mubi gezeigte Doku-Serie über Jay-Z (Zeit).
Stichwörter: Smith, Mark E., The Fall, Postpunk

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.10.2026 - Musik

Auf BackstageClassical sorgt sich Axel Brüggemann darüber, dass das Deutschlandradio im Zuge seiner für November angekündigten Programmreform im Hinblick auf seine Klassik-Berichterstattung verflachen könnte: "Wohin die Sehnsucht der öffentlich-rechtlichen Sender nach einer Erweiterung des Kulturbegriffs und einer Profanisierung des Programms führen kann, ist in anderen Teilen bereits zu beobachten. Etwa bei den digitalen Angeboten von ARD Klassik. Dort übernimmt der öffentlich-rechtliche Rundfunk zunehmend die Sprache der Influencer: kurze Clips, schnelle Pointen, Personality, Emotion und möglichst niedrige Zugangsschwellen. ... Indem sich das Kulturradio immer weiter der Breite öffnet, droht es sich zugleich gedanklich zu nivellieren. Und hier droht es dann zu verlieren, worauf es besonders angewiesen ist: ein kulturbürgerliches Publikum."

Weiteres: Peter Kemper berichtet in der FAZ vom "Enjoy Jazz"-Festival in der Rhein-Neckar-Region, wo unter anderem Souad Massi, Trygve Seim und Tord Gustavsen spielten. Besprochen werden ein von Elim Chan dirigiertes Konzert der Wiener Symphoniker mit Gidon Kremer (Standard), Frankie Roses Album "Hila" (FR) und "Keine Angst" von Danger Dan, ein Album, auf dem "keine Satzstellung sitzt, alles ist in aufrichtiger Weise uncool", wie Daniel Gerhardt auf ZeitOnline schreibt.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.10.2026 - Musik

Kazuki Yamada hat sein erstes offizielles Konzert als neuer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin gegeben. Clemens Haustein von der FAZ ging mit vielen Fragen nach Hause: "Was Yamada (...) bei Edvard Griegs Klavierkonzert wie bei Claude Debussys 'La Mer' zunächst vermitteln möchte, ist die lächelnde Lust am Musizieren. Nichts soll beschweren, nichts die Lust mindern. Aber ist das wirklich der goldene Weg? Steckt im zweiten Satz von Griegs Klavierkonzert neben blanker Schönheit nicht auch tiefe Melancholie? Ist 'La Mer' bei allem Hin und Her energetischer Ströme, von denen sich Yamada treiben lässt wie ein froh gelaunter Schiffer, nicht auch ein überwältigend kunstreiches Mosaik pointilistisch anmutender Einzelereignisse?"

Deutlich beschwingter verließ VAN-Kritiker Albrecht Selge den Saal: Bei Debussy etwa lässt Yamada "musikalische Farben leuchten, enorm ist die innere Anspannung zwischen Andacht und Erhabenheit, bestechend das Flirren der Holzbläser im zweiten Satz. Doch am deutlichsten betont Yamada in dieser Musik die Bewegungsenergie. Soweit sich das hörend beobachten lässt, herrscht hohes Einvernehmen zwischen dem Orchester und seinem neuen Chef. Deutlich spürbar ist die gegenseitige Begeisterungsfähigkeit. Von 'Aufbruch' ist viel zu hören an diesem Abend. Wohin genau die Reise des Orchesters mit Yamada, der zuvor erst zweimal beim DSO dirigierte, führen wird, scheint abseits dieser Begeisterung noch nicht ganz klar."

Außerdem: Linus Volkmann blickt im Kaput-Talk gemeinsam mit Rocko Schamoni auf dessen Leben und Werk zurück. Ann Toma-Toader berichtet in der taz vom Aggregate Festival in Berlin, bei dem klassische Kirchenorgeln via MIDI-Modifikation elektronisch gespielt werden.

Besprochen werden ein von Anja Biehlmaier dirigiertes Konzert des BBC Philharmonic Orchestra in Frankfurt (FR), neue, avancierte Rockmusik, darunter das Livealbum "Newly Sentient Being" der Swans (Standard), und eine neue Luxus-Ausgabe des Beatles-Album "Rubber Soul" mit einem Stereo-Upmix des Albums und zahlreichen Outtakes (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.10.2026 - Musik

Hana Ćopić ärgert sich im Tagesspiegel darüber, dass die Berliner Konzerte der serbischen Popmusikerin Ceca als harmloses Popvergnügen beworben werden, obwohl sie eng mit dem serbischen Nationalismus verflochten ist - so ist sie etwa die Witwe von "Zeljko Ražnatović, genannt Arkan. Dieser war in den 1990ern ein wichtiger Akteur des organisierten Verbrechens in Jugoslawien, Anführer einer paramilitärischen Einheit und Gründer einer Partei, die während der Kriege in Kroatien und Bosnien und Herzegowina an Tötungen, Verfolgung und Vertreibung beteiligt war." Cecas "Verhältnis zu Arkans System von politischer, paramilitärischer und wirtschaftlicher Macht war nicht nur privat, sondern öffentlich, symbolisch und geschäftlich. Beide Karrieren haben voneinander profitiert."

Außerdem: Torsten Groß spricht für ZeitOnline mit Marco Wanda über das für nächstes Jahr angekündigte neue Album seiner Band Wanda, das gerade in England aufgenommen wird. Tobias Prüwer spricht in der Jungle World mit Jan-Tage Kühling über das von ihm geleitete Festival "Stellar Frequencies". Besprochen werden ein Konzert des RSO Wien unter Markus Poschner (Standard) und das neue Album der Postpunkband Yard Act (taz).
Stichwörter: Serbien, Ceca, Raznatovic, Zeljko

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.10.2026 - Musik

Pop stand mal für "Progressivität und Emanzipation", seit dem 7. Oktober "muss man sich jedoch die Frage stellen, ob der progressive Anspruch nicht immer mehr in einen autoritären Positionierungsdruck kippt, der vor allem in sozialen Medien und auf Bühnen ausgetragen wird", schreiben Maria Kanitz und Lukas Geck in der taz. "Die Boykottkampagne BDS braucht es schon lang nicht mehr, Drohungen, Hetze und Konzertabsagen gegen jüdische und israelische Künstler:innen und Bands oder solche, die sich kein einseitiges Statement abpressen lassen, gehen mittlerweile von Veranstaltern, Künstler:innen und vom Publikum selbst aus." Zahlreiche Popmusiker "tragen dazu bei, dass verkürzte, enthistorisierte und unterkomplexe Narrative durch Songs, Statements und offene Briefe in sozialen Netzwerken rasant verbreitet werden und Wirkung entfalten. Auf diese Weise wird antisemitisches Geraune normalisiert und teils sogar in eingängige Gute-Laune-Beats übersetzt."

Anders Danger Dan, der sich bereits mit der im antideutschen Politmilieu beheimateten Antilopen Gang gegen jedweden Antisemitismus stark gemacht hat und dessen neues Soloalbum "Keine Angst" heute erscheint (besprochen im Standard). Jakob Biazza porträtiert den Musiker in der SZ und stutzt, unter welchen persönlichen Sicherheitsvorkehrungen das Gespräch in einem Café stattfinden muss und dass Danger Dan privat nie auf die Idee käme, seine Markenzeichen-Klamotten im Redskin-Look zu tragen - sonst müsste er wohl mit Attacken von Nazis (oder von 150-prozentig Palästina-Bewegten?) rechnen. "Kurzes Zwischenfazit: Antifaschisten, Menschen also, die darum kämpfen, dass Nazis hier nicht noch weiter an Boden gewinnen, fürchten inzwischen wieder sehr glaubwürdig um ihre Gesundheit. Vielleicht auch um ihr Leben. Herzlichen Glückwunsch dazu, Vaterland. Blüh' im Glanze dieses Glückes."

Im taz-Gespräch untermauert Dan, warum seine neuen Lieder weniger ironisch-spielerisch, sondern rigoros sind: "Ich finde die Situation mittlerweile so ernstzunehmend, dass ich ihr nicht ausschließlich mit Humor begegnen wollte. Ich glaube, wir bewegen uns gerade auf eine Gabelung zu. Es gibt zum Glück noch ein Zeitfenster und Möglichkeiten, sich antifaschistisch zu engagieren. Aber je länger wir warten, umso schwieriger wird es. Wir haben ganz andere Zustimmungswerte für die AfD heute, siehe die Landtagswahlen, aber auch über die AfD hinaus sind Debatten, die beispielsweise über Migration geführt werden, komplett verschoben. Die Nazis auf der Straße fühlen sich dadurch gestärkt."

Weiteres: Diedrich Diederichsen stürzt sich für die taz tief in die Geschichte der Psycho-Rockabilly-Klassiker Cramps, von denen aktuell gerade früheste Aufnahmen neu abgemischt erschienen sind: "Die Synthese aus verrosteter Metallverarbeitung und verstockt bis humorvollem Hinterwald ergibt ein doppeltes Außenseitertum, für die das Punk-Mindset nicht ausreicht." Max Nyffeler (FAZ) und Reinhard J. Brembeck (SZ) gratulieren dem Komponisten Steve Reich zum 90. Geburtstag, den auch der Guardian kürzlich zum Anlass für ein großes Porträt über Reich genommen hat. Dennis Sand porträtiert in der WamS die international hochverehrte deutsche Metal-Sängerin Doro Pesch.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.10.2026 - Musik

Ueli Bernays staunt in der NZZ über das Soul-Revival in diesem Jahr, für das britische Sängerinnen wie Raye, Olivia Dean und Aiyana-Lee verantwortlich zeichnen. Im ZeitMagazin spricht Giovanni di Lorenzo mit Wolfgang Biermann, für den die AfD ohne Zweifel eine faschistische Partei ist. Maurice Summen spricht für Kaput mit Danger Dan. Und im Kaput-Talk mit Christina Mohr blickt das auf Fake-Italo-Soundtracks spezialisierte Stuttgarter Duo Mondo Sangue auf seine ersten zehn Jahre des Bestehens zurück.



Besprochen werden Protomartyrs Album "Hotel Usona" (Kaput), ein Konzert des Gstaad Festival Orchesters mit Daniel Hope in Frankfurt (FR), der gemeinsame Auftritt des Tenors Christoph Prégardien und der Rapperin Älice (ZeitOnline) und "Furthermore", das Comeback-Album der 90s-Queercore-Urgesteine Team Dresch ("Team Dresch haben einige der schönsten Songs über Adoleszenz, Verzweiflung und Weltentfremdung geschrieben", schwärmt Benjamin Moldenhauer im ND).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.09.2026 - Musik

"Am liebsten würde man 'Chakzilla' mit seinen zehn belanglosen Pop-Songs ganz verschweigen", seufzt Daniel Haas in der NZZ nach dem Hören von Chaka Khans offenbar sehr missratenem neuen Album, das laut Haas erstmals einen Makel auf das umfangreiche Schaffen der Künstlerin legt. Christoph Forsthoff resümiert in der NZZ die Settimane musicali Ascona. Im Welt-Interview spricht Bryan Adams über die kanadische Sicht auf die USA unter Trump und am Rande auch ein wenig über sein für November angekündigtes neues Album. Besprochen werden der Pulp-Konzertfilm "What Do You Do For An Encore?" (Standard), Julia Holters Album "Materia" (FR) und Steve Swallows Album "Winter Songs" (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.09.2026 - Musik

"Marathon-Songschreiber" Neil Young veröffentlicht mit "Second Song" sein mutmaßlich 50. Album - so ganz genau weiß es SZ-Kritiker Joachim Hentschel auch nicht und auch nicht, welche Zählweise man an Youngs Gesamtschaffen eigentlich anlegen sollte. Dass der Künstler dafür teils liegengebliebenes Material aus frühesten Zeiten aufgreift, macht die Sache auch nicht übersichtlicher. Aber egal, was zählt ist auf'm Platz und dieses "wunderbar zentralberuhigte Spätwerk" überzeugt. "Mit 80 singt Neil Young eine Hymne auf die Unendlichkeit der Liebe, ein Lied, das er als Oberschüler ahnungslos für ein Highschool-Sweetheart schrieb." Und wenn er vom "Langsamer-Werden der Dinge und die darin enthaltene Ewigkeit erzählt, wird er nicht etwa nostalgisch", sondern singt "über den Lebensherbst als veritable, meteorologische Jahreszeit, die sich ab und zu auch wie Sommer oder Winter anfühlen kann." Der ausufernde Titelsong ist "eine bukolische Geduldsübung, und man weiß nie, ob er gerade zu einer Geliebten spricht oder zu uns allen."



Weiteres: Die Punk- und Kunsthistorikerin Marie Arleth Skov erinnert in der taz an das Konzert der dänischen Band The Sods im Kreuzberger SO36 im Jahr 1981, bei dem irgendwann tumultartige Zustände herrschten, weil die Band zur Unlust des versammelten Publikums keine ihrer Gassenhauer spielen wollte. Jonathan Fischer porträtiert in der NZZ die Londoner Jazzband Ezra Collective. Im Interview fürs Daily-Magazin der Musikplattform Bandcamp plaudern die vier überlebenden Bandmitglieder der klassischen Besetzung der Krautrock-Band Faust darüber, was sie dazu bewogen hat, unter dem einstigen Bandnamen vier Soloalben (mit je unterschiedlichen Kollaborationspartnern) herauszubringen.



Besprochen werden Brennan Wedls neues Album (hier "vermischen sich Lieblichkeit und Rotzigkeit auf betörende Weise", freut sich Olaf Velte in der FR), ein Konzert von Pussy Riot in Zürich (NZZ), ein Auftritt von AnnenMayKantereit in Zürich (NZZ) und neue Popveröffentlichungen, darunter das goldene Album von Weezer, das laut Standard-Kritiker Ronald Pohl "jeden hartgesottenen Flanellhemdenträger zu Tränen rührt".

Stichwörter: Young, Neil

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.09.2026 - Musik

Wenn die 90er-Jahre-Indiehelden Arab Strap mit "Half-Told Tales" das mittlerweile dritte Album ihrer Spätphäse nach der Funkstille in den Zehnerjahren vorlegen, dann markiert das weit mehr als einen bloß nostalgischen Anschluss an frühere Glanzzeiten, vielmehr zeige sich die Band "am Höhepunkt ihres Könnens angekommen", jubelt Uwe Schütte in der taz. "Man nehme nur das vorwärtsdrängende 'You You You' mit seinen betörenden Italodisco-Anklängen, zu denen Moffat die Tragödie des Älterwerdens so elegant wie scharfsichtig verflucht. 'Be a Man' wiederum bietet über sprudelnden Beats und zarten Klavierklängen eine wehmütige Reflexion über Vaterschaft im Zeitalter der toxischen Maskulinität. ... Schwermut wird auf 'Half-Told Tales' vermittels der Magie der Musik verwandelt in Levitation, Leid gerät zu Freude, Resignation mutiert in Optimismus."



Weiteres: Florian Weber berichtet in der FR vom Jazzpodium in Frankfurt. Kurt Remele gratuliert im Standard Freddy Quinn zum 95. Geburtstag. Besprochen werden ein großes Konzert des Kyiv Symphony Orchestra in Düsseldorf (Welt) ein Konzert von ShitKid in Wien (Standard).
Stichwörter: Arab Strap
⊳