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19.09.2026. Die Theaterkritiker erleben einen ziemlich sanften Frank Castorf in dessen "Mephisto"-Inszenierung am Berliner Ensemble. Der Dokufilm "Musk" wird wohl außerhalb der USA erstmal nicht ins Kino kommen, Elon Musk macht Druck, weiß die FAZ. Die SZ dankt dem Zahnarzt Uwe Neumann für die Rettung der Kunsthalle Rostock. Musikkritik ist nicht tot, beruhigt die taz. Literatur ist keine Brücke, sondern eine Leiter in unsere Abgründe, meint in der FAZ der Lyriker TadeuszDąbrowski. Und die FAS schläft einen ganzen Tag im Pokéball.
Frank Castorf inszeniert Klaus Manns "Mephisto" am Berliner Ensemble mit Jens Harzer in der Hauptrolle. Trotz der über sechsstündigen Dauer ein "Must-see" fürNachtkritikerin Christine Wahl, vor allem wegen Harzer: "Es ist, man kann es nicht anders sagen, sensationell, wie er diesen Höfgen wechselweise durchleidet und in die Farce treibt, wie er sich als Künstler seine eigenen Ausflüchte zu glauben scheint, um im nächsten Moment mit forscher Selbstkritik in die Offensive zu gehen und am Schluss als gebrochener Mann an der Rampe zu stehen." Es ist kein klassischer Castorf, meint Wahl, eher scheint es, "als hätte jemand die Regler ein Stück runtergedreht - und die freigewordene Energie in Konzentration und Verdichtung investiert. Wie sich die Newbies vom BE die alten Castorf-Tools greifen und diesen hochenergetischen Überschuss, den man von den angestammten Castorf-Spielerinnen und -Spielern kennt, sanft in Form und Kontur kanalisieren - das ist wirklich ganz anders als einst in der Volksbühne - und anders großartig!"
Für Simon Strauß in der FAZ bleibt der Abend tendenziell hinter den Erwartungen zurück, denn Castorf inszeniert "ohne besondere Anstrengung, ohne besonderen Aplomb. Mit leicht angezogener Handbremse, so kommt es einem vor, als ob er erst mal schauen will, was passiert, wenn man so eine Figur heute auf die Bühne stellt. Ohne diese Bühne zum Abbild der Gegenwart zu machen, denn die AfD kommt an diesem sechsstündigen Abend nicht vor. ... Kein 1933-ist-Jetzt-Gefühl, keine rappelnde Ideologie-Schleudertrommel und auch kein typisches Castorf-Ensemble." Rüdiger Schaper erlebt im Tagesspiegel hingegen eine "makabre, bewegende Revue". Sie ist durchaus unbequem: "Die Frage wird aufgeworfen: Wie hätte man sich damals verhalten? Bleiben oder fliehen? In anderer Art und Weise galt das für die DDR, da gingen viele Theaterstars in den Westen. Oder konnten pendeln zwischen den Welten, wie Castorf in der Endzeit der DDR. Sie sind nur Schauspieler. Castorf-Schauspieler."
Weiteres: Marta Kijowska gratuliert dem Krakauer Künstlerkabarett "Piwnica Pod Baranami" in der FAZ zum siebzigsten Geburtstag. Opernhäuser am Rhein fallen derzeit ja eher durch Finanzierungsprobleme auf, weiß Manuel Brug in der Wams, da ist der neue Monheimer Kulturort K714 eine rühmliche Ausnahme. Rüdiger Soldt fasst in der FAZ noch einmal die Diskussion um die Sanierung der Stuttgarter Oper zusammen (unsere Resümees). Die Sanierung der Kölner Bühnen war auch nicht ganz billig (unsere Resümees) und die Zinsen belasten die Konten der Rheinmetropole noch für fast vierzig Jahre, ächzt Hubert Spiegel ebenfalls in der FAZ. Für den Tagesspiegel berichtet Regine Müller von der Kölner Sanierung.
Besprochen werden: "Deutscher Herbst" von Christopher Rüping, mit Texten von Stig Dagerman, Caspar David Friedrich und Blümchen auf der Ruhrtriennale (Nachtkritik), Brechts "Dreigroschenoper" in der Inszenierung von Pınar Karabulut am Schauspielhaus Zürich (Nachtkritik, NZZ) und Aribert Reimanns Oper "Lear", inszeniert von Barrie Kosky an der Komischen Oper im ehemaligen Flughafen Tempelhof (Tagesspiegel).
Nina Rehfeld meldet in der FAZ, dass der Verleiher Universal im Hollywood Reporter gestreuten Branchengerüchten zufolge AlexGibneysin Venedig gezeigten, monumentalen Dokumentarfilm "Musk" offenbar auf Druck von ElonMusk außerhalb der USA vorerst nicht in die Kinos bringen möchte: Der Film "zeichnet Musk als Größenwahnsinnigen, der seine enorme Macht auch zu politischerManipulation etwa bei den anstehenden Kongresswahlen im November einsetzen könnte. ... Der politische Einfluss, den Musk in den vergangenen drei Jahren ansammelte, spekuliert das Blatt, könnte Universal zum Umdenken bewegt haben, um nicht die Unbill des Musk-Freundes und Medienwächters BrendanCarr auf sich zu ziehen. Der Chef der MedienaufsichtsbehördeFCC hat sich wiederholt als braver Erfüllungsgehilfe von Trumps Einschüchterungsversuchen gegen die amerikanischen Medien erwiesen. Universals Mutterfirma Comcast plant zurzeit die Auslagerung von NBC Universal, und Carrs FCC muss die Übertragung der Rundfunklizenzen von NBC absegnen. NBC wiederum ist Trump ein Dorn im Auge."
Außerdem: Thomas Abeltshauser spricht in der taz mit den Regisseuren AitorArregi und JoseMariGoenaga, die in ihrem Film "Maspalomas" von der schwulen Liebe im hohen Alter erzählen. Denis Sasse wirft für den Filmdienst einen Blick in die Filmgeschichte, wie sich Hexen darin von Männern emanzipieren. Mariam Schaghaghi spricht in der FAS mit der Schauspielerin SusanSarandon, die demnächst 80 Jahre alt wird. Tobias Rüther plaudert in der FAZ mit DavidDietl über dessen Neuverfilmung von Kästners "Emil und die Detektive". Thomas A. Herrig freut sich in der FAZ über 60 Jahre "StarTrek". Besprochen werden MarieKreutzers "Gentle Monster" (Standard, unsere Kritik) und ZachCreggers Neuauflage des "Resident Evil"-Franchise (Tsp, unsere Kritik).
Das Kröller-Müller Museum in Gelderland in den Niederlanden hat die größte private Sammlung an Van-Gogh-Gemälden, was der Stifterin Helene Kröller-Müller zu verdanken ist, die schon 1909 die ersten drei Bilder des Malers erworben hat, wie Regine Müller in der tazweiß. In der Ausstellung "Van Gogh: All unsere Bilder" werden die Gemälde nach Paaren und Gruppen sortiert, was vor allem dann überzeugt, "wenn die jähe künstlerische Entwicklung des Malers auf fast bestürzende Weise evident wird. Wenn auf den scharfen Blick und die noch gebändigte Malweise des frühen van Gogh die Farbexplosionen des späten folgen, das Hineinbohren in die Details, in Äste, Wurzeln und Blüten, das sich zugleich mehr und mehr befreit vom Gegenständlichen, sich auflöst in Farbe und Licht. Am meisten aber überrascht, dass diese Ausstellung sich der üblichen Pathologisierung des Malers verweigert, ohne dass seine psychische Erkrankung verschwiegen würde." Es wird gezeigt, "dass die Kunst für van Gogh ein Anker der Stabilität war und ein Medium für seinen spirituellen Grundimpuls."
Fast hätte die Rostocker Kunsthalle schließen müssen, nach dem Ende der DDR und der staatlich verordneten Museumsbesuche waren die Besucherzahlen stark eingebrochen, wäre da nicht der Zahnarzt Jörg-Uwe Neumann gewesen. Er hat die Kunsthalle ehrenamtlich übernommen. Mittlerweile kann er sich ein Gehalt zahlen, so erfolgreich ist sein Konzept, Gegenwartskunst und Populäres aus der DDR zu verknüpfen, wie Peter Richter in der SZ berichtet. Seine Devise: "Keine Angst mehr vor Figuration, auch nicht vor Kunst aus der DDR. Er holte die Skulptur-Ankäufe der Sechziger- bis Achtzigerjahre aus dem Depot und stellte sie in den Garten, wo sie sich jetzt gegenseitig zu bestaunen scheinen. Er zeigte den Rostockern wieder die alten Bekannten aus der Leipziger Schule, Tübke, Rink, Mattheuer, Sitte … Vor Letzterem habe die Bild-Zeitung eigens gewarnt - Zwischenfrage: Wegen der säftelnden Nackedeis? Neumann: 'Nee, wegen Kommunist' - und so erst recht für Andrang gesorgt."
Weiteres: Die Astoria Artshow war eigentlich ein Ersatz für die Messe Viennacontemporary, Boris Pofalla gefällt die Messe in der Wams aber so gut, dass er hofft, sie möge weitergehen. Für die FAZ schaut Nicole Scheuerer vorbei. Laura Helena Wurth sieht sich für die FAS auf der Lyon-Biennale um. Nicola Kuhn hat im Tagesspiegel "miese Laune", weil es auf der Baustelle des Berlin Modern, als Museum für Kunst des 20. Jahrhunderts geplant, nicht vorwärts geht. Stefan Günther interviewt die Fotografin Petra Göllnitz für die NZZ zu ihren Arbeiten, die sich viel mit deutsch-deutscher Geschichte auseinandersetzen. Mit Freuden bestaunt Paula Jänig in der FAZ die detaillierten Illustrationen, die Anita Albus für das Buch "Der leidenschaftliche Gärtner" von Rudolf Borchardt gezeichnet hat. In Kopenhagen gibt es für Kunst-Fans eine Menge zu entdecken, wie Jens Bülskämper für den Tagesspiegel berichtet. Lisa-Marie Berndt interviewt die Fotografin Gisela Getty für Monopol, die sich in ihrem neuen Projekt "Age is a Strange Country" mit dem Älterwerden auseinandersetzt.
Besprochen werden die Ausstellung "Cy Twombly: Sperlonga 1959" in der Galerie Karsten Greve in Paris (FAZ) und Judith Rottenburgs kunsthistorische Studie "Die Kunst der Dekolonialisierung". Vom Aufbruch der afrikanischen Moderne und ihrer planetaren Vision" (FAZ).
"Wann immer man Gedichte von RobertaDapunt liest, hat man das Gefühl, sie wären aus einem tiefen Brunnen aufgestiegen, dessen Schacht bis an die Wurzeln der Südtiroler Dolomiten führt, aus dem sie abstammen", schwärmt Hannes Hintermeier. Für das Literarische Leben der FAZ hat er die Dichterin in ihrer Heimat besucht. Dapunts Muttersprache ist das vom Aussterben bedrohte Ladinische, sie schreibt mittlerweile aber auf Italienisch. Und sie arbeitete einige Zeit als Bäuerin: "Dadurch habe ich meine Sprache besser erfasst, denn ich lernte ganz neues Vokabular aus meiner Muttersprache kennen." So entstanden Gedichte, schreibt Hintermeier, "die sich aus der Beobachtung von Tieren, Pflanzen, Wald speisen, das Innehalten der Kühe beschreiben, wenn ein Mensch den Stall betritt. ... Gedichte, welche die Poesie des Geruchs erfassen, der in der Luft liegt, kurz bevor im Herbst der erste Schnee fällt. 'Ich kam aus dem Stall zurück und wusste, was ich schreiben wollte. Das Kreatürliche dringt in dich ein, und dadurch dringst du selbst in dich ein", beschreibt sie diesen Transformationsprozess, der die Sinneswahrnehmung in gesprochene, dann geschriebene Sprache verwandelt.'"
"Bilder und Zeiten" der FAZ dokumentiert die Eröffnungsrede des 11.internationalen literaturfestivals Odesa, die der polnische LyrikerTadeuszDabrowski beim Chill-Festival im moldauischen Chisinau gehalten hat. Dass Literatur Brücken schlägt, hält er eher für ein schiefes Bild. Er schlägt eine andere Metapher vor: "Jedes Wort ist ein Gerät, das das Nichtmenschliche ins Menschliche verwandelt. In der Regel vergessen wir jedoch, wie wertvoll diese Geräte sind und dass die Sphäre des Dunkels, aus dem sie uns geholt haben, immer noch existiert. ... Möge die Literatur nie in programmatischer Absicht eine brückenbildende Rede sein, denn dann verliert sie ihre Tiefe, ihre Authentizität, ihren Reiz. Dann pflastert sie das Geheimnis zu. Literatur ist keine Brücke, es sei denn eine Zugbrücke, die man immer zurückziehen kann, wenn die Barbaren kommen. Literatur und Poesie sind aber die Luft zum Atmen, Begegnung auf dem Hintergrund tiefster Erfahrungen unseres Selbst und des anderen. Je mehr wir uns ineinander vertiefen, desto deutlicher sehen wir, dass uns mehr verbindet als uns trennt. Dass wir ganz im Inneren unseres Wesens und der Sprache, da, wo die Wörter aufhören, im Schweigen - eins sind. Die Literatur baut an unserer Stelle oder für uns keine Brücke, aber sie kann eine Leiter sein, über die wir in den Abgrund unseres Selbst gelangen."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Richard Kämmerlings erzählt in der WamS von seiner Begegnung mit dem US-AutorBen Lerner, der in seinem Roman "Transkription" die Figur des Thomas als HommageanAlexanderKluge angelegt hat. Der Großintellektuelle war "in den Jahren vor seinem Tod im März dieses Jahres für Lerner zu einem Freund, Mentor und poetischen Dialogpartner" geworden. "Über Kluge kann Lerner mit kongenialer Begeisterungsfähigkeit sprechen, über dessen Neigung zum Harlekinhaften, seine Mischung aus Sophistication und Albernheit, seinen Willen zur 'Wiederverzauberung der Sprache' und seine Präsenz, die die Umgebung regelrecht 'aufgeladen' habe. Vor allem sei Kluge 'ein Kanal für die Stimmen der Vergangenheit' gewesen. 'Transkription', das kurz vor Kluges Tod erschien, sei aber kein Porträt, sondern es enthalte 'ein Porträt seiner Stimme', so Lerner."
Außerdem: Der SchriftstellerGrahamSwift erinnert in "Bilder und Zeiten" an die Kriegseinsätze seines Vaters als britischer Kampfflieger. Der Schriftsteller und LiteraturwissenschaftlerJanRöhnert wiederum erinnert sich in "Bilder und Zeiten" an seinen Großvater, der Obermaschinist in einem U-Boot der Wehrmacht war. Im Literaturfeature von Dlf Kulturwidmet sich Gerd Brendel dem türkischen SchriftstellerSabahattin Ali.
Besprochen werden Shida Bazyars "Die Lücken" (taz), Christiane Solte-Gressers literaturwissenschaftliche Studie "Traum und Reparation" über Traumerzählungen von Shoah-Überlebenden (taz), Rolf G. Heinzes und Sebastian Kurtenbachs "Die Wohnkrise. Wie sie Demokratie und Zusammenhalt bedroht" (taz), Adania Shiblis "Täuschung" (WamS), Tony Tulathimuttes "Fiasko" (FAS) sowie AlexanderKluys "Der Bleistift. Eine kleine Kulturgeschichte" und HannsZischlers "Der Bleistift" (NZZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
In der Frankfurter Anthologie schreibt Frieder von Ammon über Goethes "Erwählter Fels":
"Hier gedachte still ein Liebender seiner Geliebten; Heiter sprach er zu mir: werde mir Zeuge, du Stein! Doch erhebe dich nicht, du hast noch viele Gesellen ..."
Das japanische Unternehmen Not A Hotel baut in Japan einen Pokéball, in dem nicht Pokémon, sondern Menschen übernachten können, meldet Florian Siebeck in der FAS: "Drei Meter Durchmesser soll die Kugel haben. Sie besteht aus zwei geformten Acrylhälften, die den Eindruck eines geöffneten Pokéballs vermitteln. Hinein gelangt man durch eine geschwungene Schiebetür. Drinnen bleibt naturgemäß nicht allzu viel Platz, außer für eine kreisrunde Matratze. Die Beleuchtung lässt sich passend zum Lieblings-Pokémon einstellen. Selbst die Fliesen im Bad tragen die Farben eines Pokémon, nämlich von Relaxo, dessen hervorstechende Eigenschaft darin besteht, fast den ganzen Tag zu schlafen."
Weiteres: Susanne Schaber sieht sich für die FAS in der Villa Rezek um, einem nun endlich wieder zugänglichen "Flaggschiff der Wiener Moderne".
Bei den MünchnerPhilharmonikern hat LahavShani sein Antrittskonzert als neuer Chefdirigent gegeben. Er tritt damit die Nachfolge von ValeryGergiev an, der für seine russischen Verstrickungen 2022 vorzeitig gekündigt wurde. "Wo bei Gergiev musikalische Macht und groß besetzte romantische Symphonik dominierten, schlägt Shani zum Start (...) mit einem modernen, diskursivenProgramm auf", schreibt Rita Argauer in der SZ: "nur Musik des 20. Jahrhunderts, neben Bernstein noch Ravels Klavierkonzert in G-Dur (Solistin MarthaArgerich: großartig, voller Präsenz und trotzdem mit einer souveränen Lässigkeit) und Strawinskys 'Le Sacre du printemps'. ... Shani ist mit 37 Jahren der jüngste Philharmoniker-Chef seit hundert Jahren, das hört man, und die Philharmoniker wollen mit diesem Programm auch unbedingt zeigen, wozu sie in der Lage sind. Das Orchester setzt damit aber auch die Linie fort, die es in den chefdirigentenlosen Jahren nach Gergievs Weggang begonnen hat: frische Programme, die näher an der Gegenwart und vor allem energetisch und gestisch ganz im Jetzt musiziert sind." Das Konzert steht bei Arte online:
"Unter meinen Altersgenossen hat die Klage über den Niedergang beziehungsweise das Verschwinden der Musikkritik die Klage über den Niedergang beziehungsweise das Verschwinden der Popmusik mittlerweile als Jammertopthema abgelöst", stöhnt Detlef Diederichsen in der taz. Doch "dazu gehört natürlich das selektive Vergessen", schließlich war auch früher schon bei weitem nicht jede Musikkritik Gold. "Und genau wie die interessante Musik kamen die interessanten Texte nicht etwa dort her, wo man gut verdienen konnte, sondern aus dem Selbstausbeutungsuntergrund. 'Will music criticism survive?', fragte embedded.com im Sommer etablierte US-Musikkritiker*innen. Viel fällt den von der vermeintlichen Krise primär Betroffenen nicht ein. 'Ich kann noch immer davon leben, was das Einzige ist, was mich an einem Job interessiert', meldet etwa Robert Christgau, 'dean of American rock critics'. ... Pitchfork-Kolumnist Kieran Press-Reynolds bleibt gelassen: 'Musikkritik im Video boomt, es gibt eine Menge Rezensions-Substacks und eine neue Generation. Die Frage bleibt, wie viele Leute bezahlen werden.'" Weiteres: Ulrich Gutmair spricht in der taz mit StephanEicher, der zu NDW-Zeiten bei Grauzone ("Eisbär") gespielt hat, heute aber mit Chansons vorlieb nimmt. Juliane Liebert plaudert für Zeit Online mit Beck. Für die NMZporträtiert Paul Zoder den Trompeter MarcoBlaauw. In der FAS porträtiert Alana Tongers Nate Amos, der als This is Lorelei Musik veröffentlicht. In der FAZ gratuliert Wolfgang Sandner dem Jazzsaxofonisten SteveColeman zum 70. Geburtstag. Johanna Adorján schreibt in der SZ einen Nachruf auf CatherineRinger. Sven Beckstette blickt für die taz zurück auf JohnColtrane, der vor hundert Jahren geboren wurde. Mit dem Album "A Love Supreme" gelang dem Jazzsaxofonisten jenes "Wunder, das für jede Heiligsprechung notwendig ist", schreibt Beckstette.
Besprochen werden der von Paavo Järvi dirigierte Saisonauftakt des Tonhalle-OrchestersZürich mit der Pianistin KhatiaBuniatishvili (NZZ) und "Bass Pesuades", das neue Album von MileyCyrus, die auf ihren Nachnamen nun allerdings verzichtet (Standard, Welt, SZ).
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